Eine kleine Reisebeschreibung, die Ihnen Mut und Lust machen soll, sich in dieser wunderbaren Städtepartnerschaft aktiv einzubringen!

Wir Lichtenwalder hatten uns schon seit Wochen überlegt, was wir ausstellen und wie wir unser „Künstlerdorf“ am eindrucksvollsten präsentieren könnten. Am 18.November war es dann endlich soweit. Wir verluden unsere Werke in die bereitstehenden PKW’s und einen Kleinbus und starteten mit 18 Personen Richtung Fleurieu.

Wir starteten bei gutem Wetter, aber es dauerte nicht lange und wir hatten mit schweren Sturmböen und starkem Regen zu kämpfen. Der Himmel war bleischwarz und zeitweilig schafften es die Scheibenwischer nicht mehr, für klare Sicht zu sorgen und wir konnten nur noch langsam fahren. Aber unsere gute Laune ließen wir uns trotzdem nicht verderben! Nach ca. 8 Stunden erreichten wir dann endlich unser Ziel. An Ausruhen war allerdings nicht zu denken – wir entluden unser Gepäck, schleppten alles in die Ausstellungshalle. Nachdem wir unsere Plätze zugewiesen bekamen, konnte der Aufbau beginnen.

Müde und zufrieden wurden wir nach getaner Arbeit von unseren Gastgebern eingesammelt und der Tag endete mit gemütlichem Essen und alle konnten sich ein wenig kennenlernen. Die Musikfreunde unter uns begleiteten die Gastgebern noch zu einem Konzert des Symphonieorchesters von Lyon. Man stelle sich vor, 80 junge Sänger aus dem Gymnasium auf der Bühne, die zusammen mit dem Orchester den Abend gestalteten. Das war grandios!

Nach der offiziellen Eröffnung am Samstag trafen sich Jung und Alt, bewunderten die Exponate der französischen und deutschen Talente und es bildeten sich immer wieder Grüppchen, die miteinander diskutierten: in deutscher, französischer, englischer Sprache und wenn nötig, mit Händen und Füßen

Menschen gehen aufeinander zu, teilen Interessen, lernen sich zu verstehen: das ist Europa!

Mittags wurde miteinander gegessen und wir tauschten bei lebhaften Gesprächen Erfahrungen und Ideen aus, Ideen für zukünftige gemeinsame Projekte!

Nachmittags drehte Inge Sahm das Spinnrad und scharte ein staunendes Publikum um sich. Wer wollte, durfte selbst Fäden drehen und das war für alle ein faszinierendes Erlebnis. Gleichzeitig zeigte Karin Heuberg in einem Workshop, wie man Weihnachtskugeln bemalt. Die Erwachsenen und größeren Kinder versuchten es selbst und die Kleinen wurden auf den Schoß genommen und die Hand geführt.

Auch unser 4 Kinder aus der Grundschule hatten Spaß. sie durften später zusammen mit Frau Schopf, Herrn Schattschneider und Gasteltern Lyon besichtigen und ein wenig durch die schöne Altstadt schlendern.

Der Tag endete dann wieder bei den Gastgebern in gemütlichen Essens- u. Plauderrunden. Essen mit den Franzosen ist ein Erlebnis: ideenreich, lecker und in lockerer, entspannter Atmosphäre kommt man zusammen und genießt. Oft wird einfach improvisiert: man trifft sich, jeder bringt mit, was der Kühlschrank zu bieten hat und los geht’s.

Am letzten Tag haben wir alle noch einmal die Gelegenheit genutzt, unsere Freundschaften zu vertiefen und nach einem gemeinsamen Essen ging der Tag für uns zu Ende. Wir bauten alles wieder ab, verstauten unsere Bilder und Kunstgegenstände und mussten uns verabschieden. Wir nahmen uns das gegenseitige Versprechen ab, uns im nächsten Jahr wieder zu treffen, und zwar zur Marathon-Veranstaltung in Lichtenwald!

Die Rückfahrt konnten wir dann entspannter antreten, diesmal meinte es der Wettergott gut mit uns. Nach ca. fünfeinhalb Stunden Fahrtzeit mit kleinen Pausen kamen wir sicher in Lichtenwald an.

Es war ein tolles Erlebnis und es wäre schön, wenn Sie uns auf zukünftigen Besuchen in diesen schönen Ort und zu den gastfreundlichen Menschen dort begleiten!

Karin Heuberg

 

Ausstellung

Grundschule

 

Lyon ist eine Reise wert!

Am Wochenende vom 18. – 20. November machte sich eine Gruppe Lichtenwalder auf zu einem Besuch anlässlich der Talenttage in unserer Partnerstadt Fleurieu-Sur-Saone, einem reizenden, kleinen Ort rund 15 km nördlich von Lyon. Es waren viele Künstler dabei mit ihren Werken und ihren Angehörigen, Bürgermeister Rentschler, Herr Schattschneider von der VHS, Herr Stotz von der Esslinger Zeitung und vier tapfere Kinder mit ihrer Schulleiterin Frau Schopf. Wir waren überrascht von der Herzlichkeit der Franzosen und der Wärme, die dieses kleine Partnerstädtchen ausstrahlt. In der Gemeindehalle wurde eine tolle Kunstausstellung aufgebaut und wir wurden liebevoll umsorgt mit allerlei Leckereien.                                                   

Besonders beeindruckt waren wir von der wunderschönen Stadt Lyon, die eine kleine Gruppe am Samstag zusammen mit ihren Gasteltern kennen lernen durfte. Lyon liegt eingebettet zwischen Rhone und Saone. Auf zwei Hügeln befinden sich auf dem einen die Häuser der Seidenweber mit ihren hohen Etagen für die Webstühle und auf dem gegenüberliegenden Hügel die wunderschöne weiße Basilika Notre-Dame de Fourviere. Von dort oben erlebten wir einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und die schneebedeckte Alpenkette mit dem höchsten Berg Europas, dem Mont Blanc. Lyon ist auch bekannt durch Paul Bocuse, einem der besten Sterneköche des 20. Jahrhunderts, bei dem ein Menü locker bis zu 250 Euro kostet (man kann aber auch nur einen Nachtisch für 30 Euro essen).                                                              

Fasziniert waren wir von den überdimensional bemalten Häuserfassaden, eine Art Mega Streetart, gestaltet von der Künstlergruppe Cite Creation, die weltweit berühmt wurde. Oft konnte man nicht erkennen, was echt und was Illusion ist. Besonders bekannt ist das „Fresque des Lyonais“, auf dem viele berühmte Persönlichkeiten aus Lyon verewigt sind.                                                                   

Bei einbrechender Dunkelheit bummelten wir noch durch die Altstadt, bekannt durch die Traboules, das sind Durchgänge von einer Häuserzeile zur anderen, durch Innenhöfe mit herrlichen Arkaden, Treppenaufgängen und Brunnen. Durch diese Passagen konnten die Arbeiter und Bauern ihre Tücher und Waren geschützt durch die Stadt transportieren. Die kleine Stippvisite wirkte wie ein Aperitif… Lyon, wir kommen wieder! Adieu und merci Fleurieu!

Irmgard Kammermeyer