Die Gemeindeverwaltung hat am 30. März 2007 in einem Schreiben an das Regierungspräsidium Stuttgart um Stellungnahme gebeten, ob es verbindliche Vorschriften und Richtlinien gäbe, wonach Landesstrassen eine Straßenbreite von 6,50 m haben müssten. Es wurde gefragt, ob die Verpflichtung bestünde, nach und nach Straßenabschnitte zu verbreitern und Strecken zu begradigen.

Weitere Fragen bezogen sich auf das Planfeststellungsverfahren und aktuelle Verkehrszählungen. Mit Schreiben vom 11.04.2007 hat das Planungsreferat Straßenwesen und Verkehr des Regierungspräsidiums Stuttgart das Schreiben beantwortet. Dies wird nachfolgend abgedruckt:

„Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 30.03.2007. Das Planfeststellungsreferat hat uns gebeten als zuständiges Planungsreferat im Regierungspräsidium Stuttgart, Ihre Fragen zur Straßenplanung zu beantworten. Bei der Planung des Ausbaus der L 1151 wurden die einschlägigen Richtlinien soweit als möglich beachtet. Als Verbindung zwischen Schorndorf und Reichenbach übernimmt die L 1151 die Funktion einer regionalen Straße. Nach der Richtlinie für die Anlage von Straßen, Teil: Leitfaden für die funktionale Gliederung des Straßennetzes (RAS-N) ist die L 1151 demnach außerhalb bebauter Gebiete der Kategorie A II zuzuordnen. Die Dimensionierung des Querschnitts erfolgt nach der Richtlinie für die Anlage von Straßen, Teil: Querschnitte (RAS-Q). Dort ist für Straßen der Kategorie A II unabhängig von der Verkehrsbelastung mindestens eine Regelbreite von 9,5 m vorgesehen. Dies ergibt eine Breite der befestigten Fahrbahn von insgesamt 6,50 m, die sich aus 2 x 3,0 m Fahrstreifen + 2 x 0,25 m Randstreifen zusammensetzt. Die Ausbildung eines geringeren Querschnitts ist bei der vorhandenen Steigung und Kurvigkeit der Strecke nicht möglich. Aufgrund der zum Teil sehr engen Radien ist nach der Richtlinie für die Anlage von Straßen, Teil: Linienführung (RAS-L) in den Kurven für den Begegnungsfall Lkw / Lkw zudem eine Aufweitung der Fahrbahn erforderlich.

Eine Verpflichtung zur Begradigung einer Straße gibt es insoweit, dass beim Ausbau insbesondere Anforderungen, die sich aus der Verkehrssicherheit ergeben, soweit als möglich erfüllt werden müssen. Beim Ausbau der L 1151 wurde bereits eine gegenüber der Richtlinie reduzierte Entwurfsgeschwindigkeit von 60 km/h zugrunde gelegt, um den Ausbau möglichst bestandsnah trassieren zu können. Doch selbst damit können aufgrund der örtlichen Gegebenheiten die Mindestradien nicht immer eingehalten werden. Die Verschiebung der Trasse im Bereich einiger sehr enger und unübersichtlicher Kurven ist notwendig, um die Verkehrsicherheit zumindest zu verbessern. Für den Bereich der Ortsdurchfahrten der Gemeinde Lichtenwald liegen keine aktuellen Verkehrszählungen vor. Jedoch wurde im Rahmen der großräumigen Verkehrsuntersuchung östlich von Stuttgart 2006 eine Zählung an der Kreuzung der L 1151 mit der K 1209 durchgeführt. Diese hat in der Analyse ergeben, dass die L 1151 dort eine Verkehrsbelastung von ca. 4.500 Kfz/d und eine Schwerverkehrsbelastung von ca. 180 SV/d aufweist. Das aktuelle Verkehrsgutachten für das Planfeststellungsverfahren zeigt, dass mit dem Ausbau der L 1151 nur mit einem sehr geringen Zuwachs des Schwerverkehrs in einer Großenordnung von ca. 10 SV/d für das Prognosejahr 2020 zu rechnen ist. Auch die Gesamtbelastung der L 1151 nördlich von Thomashardt ist mit einem Schwerverkehrsanteil von ca. 4 % nur als gering einzustufen. Die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens ist für den Sommer 2007 geplant. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens informiert die Straßenbauverwaltung des Regierungspräsidiums Stuttgart über die Planungen zum Ausbau der L 1151 in einer Veranstaltung in Schorndorf-Schlichten. Hierzu sind selbstverständlich auch interessierte Bürger der Nachbarkommunen eingeladen. Wir sind selbstverständlich auch gerne bereit Ihnen die Planunterlagen bei uns im Hause vorzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Hollatz