Das Reich der Mitte in Lichtenwald

Interkulturelles Training bei der vhsARTlichtenwald

Am Samstag, 29. 04. 06, hat uns Frau Wang Ju (in China wird der Nachname zuerst genannt) in einem interkulturellen Trainings-Seminar den Umgang mit einer völlig anderen Kultur erklärt. Wir – eine heterogene Gruppe von Menschen verschiedens-ten Alters sind aus verschiedensten Beweggründen bis aus Ehningen (bei Böblingen) in Lichtenwald zusammen gekommen.

Frau Wang hat uns mit viel Einfühlungsvermögen und Charme angeleitet: Wir haben erarbeitet, warum wir die Chinesen wie sehen, sie hat uns dann verraten, warum uns die Chinesen wie sehen und warum und wie sie sich Ausländern gegenüber und auch den eigenen Landsleuten gegenüber verhalten. Manches war uns bekannt, manches fremd, manches hat uns erstaunt und manches erschreckt.

Wir haben gelernt wie wichtig es ist, dem Gesprächspartner ein Gesicht zu geben, es ihn wahren und auf keinen Fall verlieren zu lassen – wir würden damit auch das ei-gene verlieren. Wir haben weiter gelernt, dass Beziehungen unbedingt zu pflegen sind, dass es ohne Harmonie nicht geht und dass die Hierarchie auch in den kleins-ten Details gewahrt werden muss. Wir haben begonnen zu hören, was hinter vorder-gründigen Formulierungen steckt und welch vielschichtige Bedeutung eine ganz simple Antwort wie „ja“ haben kann. Wir haben geübt, wie man sich in verschiedenen Situationen benimmt, was bei Tisch erlaubt und was tabu ist und worüber gespro-chen werden darf, wenn die Atmosphäre entspannt bleiben soll.

Es war ein reicher Tag, den uns Frau Wang in Zusammenarbeit mit der VHS Lich-tenwald beschert hat, und ich denke, wir sind alle mit der Zuversicht nach Hause ge-gangen, bei einer Reise nach China nicht gleich in die ersten Fettnäpfchen zu treten.

Frauke Stöckel