Bürgerfragestunde

Ein Bürger fragt an, wann die Parkplätze auf der Ortsdurchfahrt Hegenlohe entfernt werden. Bürgermeister Rentschler teilt mit, dass der Gemeinderat beschlossen hat, bei der Verkehrsbehörde den Antrag zu stellen, bis auf die drei Parkplätze vor dem ehemaligen Rathaus Hegenlohe alle Parkplätze wieder zu entfernen.
Bei der letzten Verkehrsbesichtigung hat die Verkehrsbehörde entschieden, dass dann jedoch kein Parkierungskonzept mehr vorliegt und daher alle Parkplätze entfernt werden. Dies wird bei Gelegenheit von der Straßenmeisterei umgesetzt.
Es weist darauf hin, dass jedoch weiterhin auf der Ortsdurchfahrt geparkt werden darf, wo kein gesetzliches Parkverbot vorliegt (z.B. an Einmündungen, vor Grundstückszufahrten, in scharfen Kurven etc.). Die eingezeichneten Stellplätze haben keine rechtliche Wirkung, sondern lediglich deklaratorischen Charakter.

Bausachen

Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage, Bergäcker, FlSt. Nr. 172/3

Es liegt ein Antrag im Baugenehmigungsverfahren vor. Das Vorhaben liegt im Bereich des rechtskräftigen Bebauungsplanes „Bergäcker III“.
Beim Bauvorhaben sind bei der Prüfung drei Abweichungen vom Bebauungsplan festgestellt worden:
- Es sind Schleppgauben mit 5° Dachneigung statt Spitzgauben geplant,
- die Grundflächenzahl wird um rund 23 m² überschritten,
- die Dachüberstände ragen um <50 cm aus dem Baufenster heraus.
Die Schleppgauben passen nach Ansicht der Gemeindeverwaltung gut in die Umgebungsbebauung, die Überschreitung der Grundflächenzahl ist nach Ansicht der Verwaltung geringfügig, so dass für beide Punkte empfohlen wurde, das Einvernehmen zu erteilen. Für Dachüberstände bis 50 cm außerhalb des Baufensters ist lediglich eine Zulassung von Seiten des Landratsamtes erforderlich.
Nachdem ein Gemeinderat wegen Befangenheit den Ratstisch verlassen hat, hat das Gremium ohne Aussprache beschlossen, zu den beiden Punkten sowie zum Bauvorhaben selbst das Einvernehmen zu erteilen.

Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage, Gaiernweg, FlSt. Nr. 1080

Es liegt ein Antrag im Baugenehmigungsverfahren vor. Das Vorhaben liegt im Bereich des rechtskräftigen Bebauungsplanes „Gaiernweg und 1. Änderung“.
Beim Bauvorhaben sind bei der Prüfung keine Abweichungen vom Bebauungsplan festgestellt worden, weshalb empfohlen wurde, das Einvernehmen dazu zu erteilen.
Diesem Beschlussvorschlag hat sich der Gemeinderat ohne Aussprache einstimmig angeschlossen.

Neubau von drei Reihenhäusern, Brühlweg, FlSt. Nr. 829/1

Es liegt ein Antrag im Baugenehmigungsverfahren vor. Das Vorhaben liegt im Bereich des rechtskräftigen Bebauungsplanes „Brühlweg – 5. Änderung“.
Beim Bauvorhaben sind bei der Prüfung fünf Abweichungen vom Bebauungsplan festgestellt worden:
- Auf der Nordwestseite ragt eine Garage aus dem Baufenster hinaus,
- der Dachvorsprung auf der Ostseite ragt stellenweise um bis zu 55 cm aus dem Baufenster hinaus,
- die Geschossflächenzahl wird um 125 m² überschritten,
- statt einem Pultdach mit 20° plant der Bauherr ein Satteldach mit 30°,
- statt stehender Gauben beabsichtigt der Bauherr die Errichtung von Schleppgauben.
Aus Sicht der Verwaltung fügen sich die Garage, der Dachvorsprung, die abweichende Dachform sowie die abweichende Gaubenform städtebaulich sehr gut in die Umgebung ein, weshalb empfohlen wurde, das Einvernehmen dazu zu erteilen. Zur Überschreitung der Geschossflächenzahl in diesem Ausmaß gibt es im Plangebiet bereits Präzedenzfälle, so dass auch hier die Erteilung des Einvernehmens empfohlen wurde.
Ein Gemeinderat brachte seine Verwunderung zur im Bebauungsplan festgelegten Dachform Pultdach zum Ausdruck. Vom Bürgermeister wurde erläutert, dass der Bebauungsplan Brühlweg ursprünglich überall Flach- und Pultdächer vorgesehen hat, er wurde jedoch bereits in den 1970er-Jahren auf Satteldächer geändert . Er vermutet einen redaktionellen Fehler bei der damaligen Änderung im grafischen Teil des Plans, da noch nur ein Baufenster mit Pultdächern vorgesehen ist.
Ein weiterer Gemeinderat bringt seine Zustimmung zu dem Bauvorhaben zum Ausdruck, welches er als sehr gelungen empfindet.
Nach der Aussprache hat das Gremium sodann bei einer Enthaltung beschlossen, zu den genannten Punkten sowie zum Bauvorhaben selbst das Einvernehmen zu erteilen.

Bebauungsplan „Kirchweg H – 2. Änderung“ - Satzung

Der Änderungsbebauungsplan hat zum Ziel, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Neubau einer Garage auf das im Westen angrenzende Flurstück 36/2 (Seewiesenweg) zu schaffen. Das Grundstück besitzt eine Garage im nordwestlichen Bereich, welche vom Seewiesenweg her erschlossen ist. Eine weitere Garage ist in diesem Bereich nicht mehr möglich. Zu Deckung des Stellplatzbedarfes plant der Eigentümer des Flurstückes eine weitere Garage im Süden des Grundstückes.
Aus dem Brunnenwiesenweg wäre hier eine Zufahrt möglich, jedoch befindet sich in diesem Bereich eine Verkehrsgrünfläche mit Baum. Diese Fläche mit rund 18 m² könnte von der Gemeinde veräußert werden, wofür eine Änderung des Bebauungsplanes erforderlich ist (Ausweisung der Fläche als private Grundstücksfläche). Der Grundstückseigentümer hat die Kosten für die Planänderung übernommen.
Aufgrund des Wegfalls des Straßenbaumes wird mit dem Grundstückseigentümer die Ersatzpflanzung eines Baumes vertraglich vereinbart.
Nach der Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen sowie der öffentlichen und privaten Belange hat der Gemeinderat den Bebauungsplan einstimmig als Satzung beschlossen.

Planungen für den langfristigen Ausbau der DSL-Versorgung

Lichtenwald hat seit Ende 2012 flächendeckend schnelles VDSL der Neckarcom mit bis zu 50 Mbit/s (nahezu 100 % Abdeckung, einzelne Gebäude haben „nur“ 30 Mbit/s). Die Erschließung erfolgt mittels eines Glasfasernetzes, welches bis zu allen Verteilerkästen (DSLAM) im Ort verlegt wurde. Die Anbindung an das überörtliche Netz erfolgt über Richtfunk vom Sportplatz aus.
Die Region Stuttgart und alle Landkreise befinden sich gerade mitten in einer Glasfaser-Backbone-Planung für alle Städte und Gemeinden in der Region, so dass mittelfristig jeder Ort in der Region Stuttgart einen leistungsfähigen und witterungsunabhängigen Glasfaseranschluss an das überörtliche Netz hat.
Vom Bund wurde vergangenes Jahr ein Förderprogramm aufgelegt, welches weit in die Zukunft schauende Planungen fördert. Es geht hier um die so genannte „Gigabitgesellschaft“, welche sich nur mit Glasfaseranschlüssen von den bereits an das Glasfasernetz angeschlossenen Verteilerkästen (DSLAM) bis an jedes Gebäude realisieren lassen wird (sog. FTTB-Netz). Hierfür sind umfangreiche Masterplanungen und Kostenschätzungen erforderlich. Die hier anfallenden Kosten werden vom Bund zu 100% gefördert, jedoch gedeckelt bis zu einer Höchstsumme von 50.000 €. Die Gemeinde Lichtenwald hat sich im Dezember 2016 um diese Fördermittel beworben. Den entsprechenden Förderbescheid vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur wurde der Gemeinde Lichtenwald am 07. Juni 2017 von Staatssekretär Grübel überreicht.
Da die Planungen für den Glasfaser-Backbone für die Region und ihre Landkreise von der Fa. RBS Wave durchgeführt werden und von dieser daher bereits umfangreiche Erhebungen über das vorhandene Telekommunikations- und Glasfasernetz in der Gemeinde durchgeführt wurden, wurde diese Firma um ein Angebot für die FTTB-Planung in Lichtenwald angefragt. Das Pauschalangebot der Firma RBS Wave beträgt 16.713,55 € brutto für diese Planungsleistungen. Sollten geringfügige Preissteigerungen für nicht enthaltene Einzelleistungen auftreten, besteht genügend Puffer bis zur bewilligten Höchstgrenze von 50.000 € bei den Fördermitteln. Ein finanzielles Risiko für die Gemeinde besteht somit nicht.
Fördermittel, die nicht ausgeschöpft werden, können entsprechend auch nicht abgerufen werden.
Von einer Gemeinderätin wurden diese weit in die Zukunft gerichteten Planungen als sehr vorausschauend begrüßt. Weitere Gemeinderäte brachten ihre Zustimmung dazu zum Ausdruck.
Nach der Aussprache hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die FTTB-Planungsleistungen an die Fa. RBS Wave zu vergeben.

Rechnungsabschluss für das Haushaltsjahr 2016

Von der Verwaltung wurden dem Gremium rechtzeitig vor der Sitzung das Zahlenwerk für den Rechnungsabschluss 2016 sowie die Jahresabschlüsse der Eigenbetriebe Wasser und Halle vorgelegt.
Aus den Reihen des Gemeinderates wurde der Antrag gestellt, die Beschlussfassung auf die September-Sitzung zu vertagen, da das Vertrauen in die Finanzverwaltung der Gemeinde durch die Vorkommnisse Mitte Juli stark erschüttert sei. Zur Beschlussfassung soll der Bürgermeister stichprobenhaft Belege aus den einzelnen Bereichen vorlegen und zuvor prüfen. Ebenso soll zur SZ-Treuhand, welche die Abschlüsse der Eigenbetriebe erstellt hat, Kontakt aufgenommen werden, ob von dort Anhaltspunkte für Manipulationen bestehen.
Der Bürgermeister nahm den Vorschlag gerne auf. So hat das Gremium einstimmig den Beschluss gefasst, die Abschlüsse 2016 erst in der September-Sitzung zu beraten.

Kindergartengebührensatzung für die Jahre 2017/2018 und 2018/2019

Die bisherige Kindergartengebührensatzung setzte die Gebühren lediglich bis zum laufenden Kindergartenjahr fest.
Die Kindergartengebühren sollen gemäß der Empfehlung der kommunalen Spitzenverbände und der Kirchen im Kindergartenjahr 2017/2018 um 8% und im Kindergartenjahr 2018/2019 um 3% erhöht werden. Zusätzlich sollen die Gebühren für die Halbtagesbetreuung und die verlängerten Öffnungszeiten an die empfohlenen Grundwerte und Zuschläge angepasst werden. Die erhebliche Steigerung der Regelsätze ist vor allem in den Gehaltsanpassungen des TVöD-SUE begründet.
Von der Gemeindeverwaltung wurde zusätzlich eine KiGa-Bedarfsabfrage durchgeführt. In dieser zeigte es sich, dass eine große Nachfrage für Kinder unter 3 in einer Ganztagesbetreuung besteht. Unter anderem wird aus diesem Grund ab 01. September 2017 eine Ganztageskrippe im Kindergarten Thomashardt eröffnet. Ziel ist es, der stark gestiegenen Nachfrage nach Ganztagesbetreuung und Betreuung für Kinder unter 3 Jahren gerecht zu werden und den Familien die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Zudem werden nicht mehr stark nachgefragte Betreuungsmodelle gestrichen.
Im Vergleich zu den Nachbarkommunen liegt die Gemeinde Lichtenwald nach der Erhöhung im Gebührenrahmen. Die Gebühren wurden strikt nach den Empfehlungen der kommunalen Spitzenverbände berechnet.
Die Elternbeiräte der drei Kindergärten wurden zu den geänderten Betreuungsmodellen im Kindergarten Thomashardt sowie zu der Gebührenanpassung angehört und die Rückmeldungen dem Gemeinderat vorgelegt.
Die Kostendeckung wird nach der vorgeschlagenen Gebührenerhöhung im Haushaltsjahr 2017 ca. 17,17% betragen. Für das Haushaltsjahr 2018 beträgt die voraussichtliche Kostendeckung dann ca. 20,88 % und für das Haushaltsjahr 2019 ca. 20,29%. Durch die geringfügige Überdeckung im Jahr 2018 und 2019 kann die deutliche Unterdeckung des Haushaltsjahrs 2017 etwas ausgeglichen werden.
Eine Gemeinderätin fragte an, ob man die Gebührenanpassung nicht verschieben könne, da im Kindergarten aufgrund von Schwangerschaften gerade einiges Personal fehle. Von der Verwaltung wurde erläutert, dass die jetzige Gebührensatzung nur noch bis Ende August 2017 gelte und daher eine neue Satzung erforderlich ist.
Von Verwaltungsseite wurde nochmals betont, dass man sich strikt an die Empfehlungen der komm. Spitzenverbände hält und die empfohlenen Grundwerte, Zuschlagssätze und auch die prozentualen Steigerungen 1:1 übernommen hat. Zudem ist Lichtenwald die einzige Gemeinde im Vergleich mit 8 umliegenden Kommunen, die bei der Ganztagesbetreuung einen Geschwisterrabatt gewährt.
Mehrere Gemeinderäte drücken ihre Zustimmung aus. Ein Gemeinderat betont die Notwendigkeit, 20% Kostendeckungsgrad zu erreichen.
Nach der Diskussion hat das Gremium einstimmig die neue Gebührensatzung für die Kindergärten beschlossen.

Seniorenwohnen im Forsthausareal

Seit 2001 bemüht sich die Gemeinde Lichtenwald um ein betreutes Wohnen im Forsthausareal, um dem Bedarf aus der immer älter werdenden Gesellschaft nachzukommen. Diese Bemühungen sind jedoch an diversen äußeren Umständen gescheitert. Nachdem „Vermögen und Bau Baden-Württemberg“ die Flächen der Gemeinde Mitte 2015 zum Kauf angeboten hat, haben die Planungen hierzu wieder Fahrt aufgenommen. So wurde das Grundstück im Jahr 2016 von der Gemeinde erworben und neu überplant.
Seit 2001 ist der Anteil von Senioren im Ort weiter gewachsen. Im Juni 2016 lag der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung in Lichtenwald laut Einwohnermeldeamt bei rd. 24% oder rund 630 Personen, im Landesschnitt waren es laut Statistischem Landesamt damals „nur“ rund 19,8% der Gesamtbevölkerung.
Der Kreispflegeplan Esslingen sieht alleine bis 2020 für Lichtenwald bereits einen Bedarf von 22 stationären Pflegeplätzen.
Aufgrund des vorliegenden Bebauungsplanes für das Forsthausareal und der avisierten Bauplatzpreise wurde von Verwaltungsseite aktiv nach möglichen Investoren gesucht. Unterstützt wurde die Gemeinde hier zusätzlich von der Gewerbeimmobilienabteilung der Kreissparkasse. So wurde die Fa. Dienste für Menschen (DfM) aus Stuttgart als Betreiber zusammen mit der WfS-Gruppe aus Neckarsulm als Planer und Bauträger gefunden.
Die Planungen von WfS sehen ein Konzept vor, welches das gesamte Forsthausareal einbezieht. Die verkehrliche Andienung soll ausschließlich über die Ortsdurchfahrt erfolgen und der vorhandene schöne Baumbestand wird - wie von der Gemeinde nachdrücklich gewünscht - vollständig erhalten. Der Stichweg aus dem Kirchweg in das Gebiet kann damit entfallen. Sowohl der Erhalt des Baumbestandes als auch die Wahl der verkehrlichen Andienung liegen sicherlich auch im Interesse der Anwohner des Areales und im Kirchweg.
Es ist ein Haupthaus als vollwertiges Pflegeheim mit 30 Plätzen und 4 vollständig barrierefreien Wohnungen im Staffelgeschoss geplant, dazu in drei Punkthäusern entlang des Kirchwegs 13 vollständig barrierefreie Wohnungen für betreutes Wohnen - durch das angegliederte Pflegeheim jedoch mit wesentlich umfangreicheren Möglichkeiten der Versorgung/Betreuung als in einer alleinstehenden Seniorenwohnanlage. Die Zielgruppe für die Wohnungen sind hier nicht nur Senioren, sondern auch behinderte Menschen und pflegebedürftige Menschen aller Altersgruppen mit Angehörigen, die mit ihnen im selben Haushalt wohnen.
Das vorgelegte Modell von der WfS-Gruppe mit betreuten Wohnungen und einem Pflegeheim, welches von der Dienste für Menschen gGmbH (Teil der Diakonie Württemberg) betrieben werden soll, werden sowohl von der Altenhilfefachberatung des Landkreises Esslingen als auch der Diakoniestation untere Fils als notwendig und wichtig für Lichtenwald betrachtet und ausdrücklich befürwortet. Auch der Standort wird aufgrund seiner Lage im Ortskern als gut geeignet betrachtet.
Um die Gebäude nicht so massiv wirken zu lassen und eine bessere städtebauliche Verträglichkeit bzgl. Gebäudehöhen zu erzeugen (Entfall ungenutzter Luftraum/Spitzboden unter dem Satteldach), wurden die Planungen zwischen Stadtplanungsbüro und Bauträger auf deutlich zurückgesetzte Staffelgeschosse geändert. Die Erdgeschossfußbodenhöhen werden so weit wie sinnvoll möglich abgesenkt, damit die Gebäude so niedrig wie möglich im Gelände zum Liegen kommen.
Zusätzlich soll noch im 3. Quartal 2017 eine Bürgerversammlung zum Projekt durchgeführt werden, bei der sich insbesondere die Zielgruppe, aber auch Jedermann über das Projekt informieren kann.
Während der Sitzung präsentierten die Firmen WfS und DfM ihre Pläne für das Areal. Zudem wurden von Seiten der Geschäftsführung der Diakoniestation untere Fils und der Altenhilfefachberaterin des Landkreises fachliche Bewertungen der Pläne vorgenommen und eine Umsetzung ausdrücklich empfohlen.
Nach der Vorstellung wurden von Seiten des Gremiums sehr zahlreich Fragen zum Projekt gestellt, die von Bauträger und Betreiber sowie den anwesenden Referenten abschließend beantwortet wurden.
Nach Abschluss der Diskussion wurde vom Gemeinderat sodann bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen beschlossen, das gesamte Forsthausareal an die WfS-Gruppe für das vorgestellte Pflegeheim und die vorgestellten Punkthäuser mit barrierefreien Wohnungen zu veräußern.

Bebauungsplan „Forsthausareal – 1. Änderung“ - Entwurf

Der Änderungsbebauungsplan „Forsthausareal – 1. Änderung“ hat zum Ziel, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau einer Wohn- und Pflegeanlage sowie 17 Wohnungen im „Wohnen mit Service“-Modell zu schaffen.
Im Verlauf der Planungsphase zu den Gebäuden wurden für den Bauträger diverse Abweichungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes „Forsthausareal“ erforderlich, um das Konzept des Seniorenwohnens realisieren zu können.
Durch den Bebauungsplan sollen nun die Änderung in Bezug auf die projektierten Gebäude planungsrechtlich aufgenommen und gesichert werden.
Eine höhere Überbauung der Grundstücke durch die Bebauungsplanänderung kann ausgeschlossen werden, da die im Bebauungsplan „Forsthausareal“ festgesetzte Grundflächenzahl von 0,4 nicht verändert wird.
Die Wohn- und Pflegeanlage soll auf den Flurstücken 2/4 und 160 zwischen der Hegenloher Straße und dem Kirchweg errichtet werden. Die geplante Nutzung unterteilt sich in das Hauptgebäude, zentral im Gebiet gelegen, sowie drei kleinere Punkthäuser entlang des Kirchwegs. Die Pflegeanlage im Hauptgebäude beinhaltet 30 Pflegebetten sowie Gemeinschaftsräume. In den Punkthäusern entlang des Kirchwegs sind zudem 17 barrierefreie Wohnungen im „Wohnen mit Service“-Modell geplant. Die Erschließung ist fußläufig sowohl vom Kirchweg als auch von der Hegenloher Straße geplant, wobei der Hauptzugang der Anlage über die Hegenloher Straße verläuft. Die verkehrliche Erschließung erfolgt ausschließlich über die Hegenloher Straße. In diesem Bereich ist auch die Zufahrt zur Tiefgarage geplant, welche alle für die Wohn- und Pflegeanlage benötigten Stellplätze abdecken kann. Eine optische Gliederung der Baukörper sowie ein zurückgesetztes Dachgeschoss ermöglichen ein harmonisches Einfügen in die Bestandsbebauung.
Es handelt sich bei dem Bebauungsplan um einen Bebauungsplan der Innenentwicklung, der im beschleunigten Verfahren gem. § 13a BauGB aufgestellt werden kann.
Vom Bürgermeister wurde Frau Brauckmann vom Büro SI als Stadtplanerin das Wort erteilt. Sie erläuterte dem Gremium den Bebauungsplan und die vorgesehenen Änderungen anhand einer Powerpoint-Präsentation und zeigt die wesentlichen Unterschiede zum gültigen Plan auf. Insbesondere betonte sie, dass das geplante Hauptgebäude des Pflegeheims nach den neuen planerischen Festsetzungen nur noch ca. 1m höher als die Firste der Bestandsgebäude der Waldarbeiterhäuser werden wird.
Aus dem Gemeinderat wurden im Anschluss keine Fragen gestellt und bei 2 Enthaltungen und einer Gegenstimme der Bebauungsplan und die örtlichen Bauvorschriften "Forsthausareal – 1. Änderung" aufgestellt und die Verwaltung beauftragt, die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit nach den Bestimmungen des Baugesetzbuchs (§ 3 Abs. 2 i.V. mit § 4 Abs. 2 BauGB) durchzuführen.

Kanalsanierungen 2017

Das Ingenieurbüro SI wurde von der Gemeinde Lichtenwald mit der Umsetzung der Eigenkontrollverordnung beauftragt. Der Auftragsumfang belief sich auf die Zustandserfassung des Kanalnetzes sowie die Bewertung und Klassifizierung von Kanalschäden. Grundlage für die Bewertung des Kanalnetzes war das Ergebnis der optischen Inspektion. Auf Grundlage der verschiedenen Schadensarten erfolgte je eine Zuordnung in Schadensklassen (SK). SK 1 deutet auf geringfügige Schäden, ohne unmittelbaren Handlungsbedarf hin. Eine Einordnung der Einzel- oder Haltungsschäden in SK 5 beschreibt umgehenden Handlungsbedarf. Hieraus ergeben sich die Prioritäten zur Planung der Schadensbehebung.
Die Gemeinde Lichtenwald hat sich dazu entschieden, in 2017 die bei der vorangegangenen Sanierungskampagne im Jahre 2015 noch nicht sanierten Haltungen mit Einzelschäden der SK 5 sanieren zu lassen. Es wurde festgelegt, dass alle weiteren Einzelschäden - auch die niedrigerer Schadstufen - in der jeweiligen Haltung ebenfalls behoben werden, so dass die gesamte Haltung als saniert bezeichnet und komplett aus der Sanierungskonzeptionsplanung entnommen werden kann.
Alle Maßnahmen können in geschlossener Bauweise, z. B. mit Inlinern, durchgeführt werden.
Die Kosten für die Instandsetzung der Haltungen belaufen sich voraussichtlich auf circa 100.000 € (brutto) zzgl. Nebenkosten.
Im Haushalt 2017 stehen 120.000 € für die Kanalsanierung 2017 zur Verfügung. Die Ausschreibung ist als Leistungsverzeichnis mit einer Abfrage von Einzelpreisen ohne festen Leistungsumfang zu verstehen. Je nach Ausschreibungsergebnis lassen sich mehr oder weniger Schäden sanieren, so dass das vorgegebene Budget nicht nennenswert über- oder unterschritten wird. Ergeben sich gegenüber der Kostenberechnung günstigere Einheitspreise, können auch noch weitere Schäden behoben werden.
Ein Gemeinderat begrüßte die Kanalsanierungen mit Hinweis auf den Grundwasserschutz. Dem schloss sich der Bürgermeister an und betonte, dass die Sanierung von Kanälen und Kläranlagen sehr wichtig für den Schutz der Umwelt ist und man hierbei in Lichtenwald in den letzten Jahren auf einem sehr guten Weg sei.
Im Anschluss hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Kanalsanierungsmaßnahmen 2017 wie vorgelegt auszuschreiben.